Der Blick in die Weiten des Universums lässt kaum einen Menschen unberührt. © NASA, ESA

Der Blick in die Sterne

OHB als Partner der Astronomie

Der Blick in den Sternenhimmel hat die Menschheit schon immer fasziniert. Was gibt es dort draußen, in den Weiten des Weltalls? Welche Naturgesetze beeinflussen die Entstehung und Bewegungen von Himmelskörpern? Und was bedeutet das für unsere Erde? Auf diese Fragen versucht die Astronomie Antworten zu geben. OHB ist an zahlreichen Projekten für die astronomische Forschung beteiligt und liefert der Wissenschaft damit das Handwerkszeug zur Gewinnung von immer neuen Erkenntnissen.

Die Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften. Bereits in der Steinzeit haben die Menschen den Himmel beobachtet und sich Gedanken über die Bewegungen von Himmelskörpern gemacht. Anfangs standen dafür nur wenige technische Hilfsmittel bereit. Das erste Fernrohr wurde erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfunden. Davor konnten lediglich freiäugige Beobachtungen gemacht werden. Trotzdem besaßen die Menschen ein erstaunliches Wissen über den Sternenhimmel und nutzten dieses unter anderem zur Entwicklung von Kalendern, Voraussagen von Sonnen- und Mondfinsternissen und zur Navigation.

Die Astronomie (von griechisch „astronomía“ = Sternkunde) ist eine Naturwissenschaft, die sich mit den Positionen, Bewegungen und Eigenschaften der Himmelskörper, der interstellaren Materie und der im Weltraum auftretenden Strahlung befasst. Zu den Himmelskörpern zählen dabei unter anderem Galaxien, Sterne, Planeten, Monde und Asteroiden, aber auch Gas- und Staubwolken. Darüber hinaus untersucht die Astronomie auch die Entstehung und Entwicklung des Universums insgesamt.

Klar zu trennen ist die Astronomie von der Astrologie (von altgriechisch „astrologia“ = Sterndeutung), die mit pseudowissenschaftlichen Methoden versucht, Zusammenhänge zwischen der Bewegung von Himmelskörpern und Geschehnissen auf der Erde herzustellen.

Das Wissen über die Sterne hatte darüber hinaus auch einen großen Anteil am Selbstbild der Menschen und ihrer Auffassung der eigenen Bedeutung im Universum. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Obwohl die Astronomie kaum eine Bedeutung für das tägliche Leben der meisten Menschen hat, stoßen die Ergebnisse der astronomischen Forschung in der Öffentlichkeit auf breites Interesse. Die ersten Aufnahmen des neuen James-Webb-Weltraumteleskops wurden in nahezu alle Tageszeitungen abgedruckt und riefen auch außerhalb wissenschaftlicher Kreise Begeisterung hervor. Aber auch ohne Hilfsmittel lässt der Sternenhimmel kaum einen Menschen unberührt. Der Blick in die Weiten des Universums rückt die Erde und das Leben darauf in ein anderes Licht und regt zum Nachdenken über philosophische Fragen an. Vielleicht ist das eine der Erklärungen dafür, dass Amateurastronomie eine weit verbreitete Freizeitbeschäftigung ist.

Astronomie heute

Die heutige Astronomie hat mit den freiäugigen Beobachtungen früherer Zeiten nur noch wenig zu tun. Längst sind astronomische Beobachtungen nicht mehr nur auf den Wellenlängenbereich des für das menschliche Auge sichtbaren Lichts beschränkt und durch immer größere und bessere Teleskope können heute Erkenntnisse gewonnen werden, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen wären. Zudem ist die astronomische Forschung nicht länger an den Erdboden gebunden. Flugzeuggetragene und im Weltraum platzierte Teleskope bieten Zugang zu Wellenlängenbereichen des elektromagnetischen Spektrums, die normalerweise von der Erdatmosphäre absorbiert werden und somit von Bodenteleskopen nicht erfasst werden können. Zudem haben Beobachtungen aus großer Höhe oder aus dem Weltall den Vorteil, dass Störungen durch die in unteren Atmosphärenschichten herrschende Luftunruhe vermieden werden.

Die ersten Bilder des neuen James-Webb-Weltraumteleskops gingen um die Welt. © NASA, ESA, CSA, STScI

Die Luftunruhe ist eine andauernde Turbulenz der unteren Schichten der Erdatmosphäre. Da die Erdoberfläche nicht überall gleich beschaffen ist, wird sie durch die Sonneneinstrahlung unterschiedlich stark erwärmt. Die Folge sind Temperatur- und Druckunterschiede, die zu einer ständigen turbulenten Durchmischung der bodennahen Luftschichten führen. Mit den Luftbewegungen ändert sich auch der vorliegende Brechungsindex, weshalb sich die Luftunruhe bei astronomischen Beobachtungen störend bemerkbar macht. Der Effekt lässt sich auch mit dem bloßen Auge erkennen: Sterne funkeln nur bei der Betrachtung von der Erde aus, vom Weltraum aus gesehen leuchten sie ganz gleichmäßig und ruhig.

Explorationssonden

Raumfahrt und Astronomie sind nicht nur durch das Aufkommen von Weltraumteleskopen eng miteinander verbunden. Himmelskörper, die früher nur aus der Distanz beobachtet werden konnten, können heute von Raumsonden besucht werden. Dadurch werden völlig neue Messungen direkt am Objekt möglich. Eine Sonderrolle kommt dabei dem Mond zu: Dieser ist der einzige natürliche Himmelskörper außer der Erde, der bisher von Menschen betreten wurde.

OHB als Partner der Astronomie

Als Raumfahrtunternehmen ist OHB der Astronomie eng verbunden und trägt mit zahlreichen Projekten dazu bei, dass der astronomischen Forschung immer bessere Werkzeuge zur Datensammlung zur Verfügung stehen.

Bodenteleskope

Die OHB-Tochter OHB Digital Connect (ehemals MT Mechatronics) baut seit über 50 Jahren weltweit optische Teleskope und Teleskope für die Radioastronomie.

Optische Systeme

Die Entwicklung optischer Instrumente ist eine der Kernkompetenzen der OHB-Gruppe. Das Anwendungsspektrum der Systeme für die astronomische Forschung reicht dabei von Bodenteleskopen (Wendelstein-Teleskop, NEOSTEL) über ballon- und flugzeuggetragene Observatorien (Sunrise, SOFIA) bis hin zu Weltraumteleskopen (XMM-Newton, Euclid) und Raumsonden (BepiColombo, ExoMars, Hera, PLATO).

Raumsonden

Eine weitere Kernkompetenz der OHB-Gruppe umfasst die Entwicklung von Missionen und die Realisierung von Hardware für die Erforschung des Weltalls mit Raumsonden. Als Hauptauftragnehmer verantwortet OHB unter anderem für Hera und PLATO nicht nur das Design der optischen Instrumente, sondern führt auch die Entwicklung der Gesamtsysteme. Weitere Beispiele von Explorationsmissionen, an denen aktuell im Rahmen von Studien gearbeitet wird, sind Athena – eine Röntgenmisson, Lisa – eine Mission zur Detektion von Gravitationswellen, EnVision – eine Venusmission und Comet Interceptor – eine Mission zum Schweif eines Kometen.

Space Debris Centre of Competence

Weltraumschrott stellt nicht nur für noch aktive Satelliten eine Gefahr dar, sondern kann auch astronomische Beobachtungen beeinträchtigen. Deshalb hat OHB das Space Debris Centre of Competence ins Leben gerufen, dass sich mit der Vermeidung von Weltraumschrott befasst.

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