We.OHB Teil 11 mit Viktoria Schöneich, Qualitätsingenieurin 

Qualitätscheck mit Passion

Ihre Mission: Prüfen, Testen, Inspizieren. Zu erkennen an: Einem grünen Reinraum-Kittel. Ihr Name: Viktoria Schöneich. Im grünen Arbeitsoutfit mischt sich die studierte Luft- und Raumfahrtingenieurin regelmäßig unter die AIT-Mitarbeitenden in der OHB-Integrationshalle und prüft, ob alle Arbeits- und Fertigungsschritte den hohen geforderten Qualitätsstandards entsprechen. Denn ehe ein Satellit im Orbit seinen Betrieb aufnehmen und für Raumfahrtagenturen, Wissenschaftler und Space-Enthusiasten Daten liefern kann, durchläuft er ein engmaschiges Prüf- und Testprozedere. Über ihr Jobprofil, ihre Passion und warum Neugierde dabei eine wichtige Rolle spielt, erzählt Viktoria Schöneich im neuesten Teil unserer Serie We.OHB.

Ganz klar, Satelliten müssen vor Abflug getestet werden. Wie tragen Quality-Ingenieur:innen dazu bei?

Viktoria Schöneich: Zum einen bin ich Inspektorin und schaue den AITlern, die die Satelliten integrieren und testen, bei vielen Arbeitsschritten und der Dokumentation über die Schulter. Es geht darum, dass die hohen Qualitätsstandards des Kunden eingehalten werden. Für jede Schraube gibt es beispielsweise ein vorgeschriebenes Drehmoment, für jeden Arbeitsschritt führen wir Inspektionen durch und betreuen die Prozeduren. Es ist toll, so dicht an der Flughardware zu arbeiten und zu wissen, dass das Raumfahrtzeug, neben dem du stehst, bald im Weltall seinen Dienst verrichten wird.
Andererseits kümmere ich mich um interne Prozesse und Wissensmanagement. Beispielsweise habe ich mit meinen Werkstudenten ein Wiki geschrieben, in dem das Inspektionsvorgehen und die Funktionsweise der Bauteile erklärt werden. Das hilft mittlerweile nicht nur den Kollegen der Qualitätssicherung, sondern auch anderen Kollegen hier bei OHB. Außerdem begleiten wir die Umwelttests, die der Satellit durchläuft. Ich fahre demnächst mit unseren Galileo-Satelliten ins Testzentrum der europäischen Weltraumorganisation ESA im niederländischen Noordwijk. Darauf freue ich mich sehr.

Und was passiert dann im Testzentrum?

Bei den Umwelttests wird der Satellit in eine Kammer geschoben, in der die Weltraumumgebung simuliert wird. So wissen wir, dass der Satellit die rauen Bedingungen im All gut meistert. Außerdem werden die Solarpaneele angebaut und das erste Mal ausgefahren. Das mitzuerleben ist schon etwas Besonderes.

Hat die Pandemie die Arbeit von euch verändert?

Na ja, ich kann den Satelliten nicht einfach mit ins Homeoffice nehmen. Das Qualitiy-Team und natürlich die AIT haben von Beginn an die Stellung gehalten. Wir haben die Situation entschärft, indem wir in zeitlich und räumlich versetzt gearbeitet haben. Ich freue mich aber, dass sich die Lage jetzt langsam entspannt.

OHB hat kürzlich einen internen Ideenwettbewerb unter dem Titel „Blue Sky Research“ ausgeschrieben. Du hast dich mit einem Beitrag zur Asteroidenabwehr beworben …

Ich bin ein richtig neugieriger Mensch und liebe es, neue Dinge zu entdecken und mich in ein Thema zu vertiefen. Für den Wettbewerb habe ich in meiner Freizeit die Idee für eine Machbarkeitsstudie zur Asteroidenabwehr entwickelt. Mit der Hera-Mission engagiert sich OHB in diesem Bereich bereits, doch mit meinem Vorschlag gehe ich schon jetzt der Frage nach, wie man das Abwehrkonzept weiter verbessern kann. Ich finde es großartig, dass ich durch diesen Wettbewerb die Chance habe, mich über meinen Arbeitsbereich hinaus einzubringen. Asteroiden sind neben der Venus eines meiner Lieblingsthemen und ich habe schon Ideen für eine neue Wettbewerbsrunde.

Du lebst das Thema, oder?

Ja, das können auch alle bestätigen, die mich privat kennen. Für mich ist Astronomie, Physik, Technik unglaublich spannend und Bildung ist Unterhaltung. Diese Faszination hat sich schon in meiner Kindheit entwickelt. Bereits als Fünfjährige konnte ich die Planeten in unserem Sonnensystem auswendig aufzählen. Später in der Schule wusste ich leider lange nicht, dass es dieses Berufsfeld in der Raumfahrt gibt. Aber als ich davon erfuhr, wurden auch endlich die Mathenoten besser. Später habe ich dann in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Zunächst wollte ich dann in Göttingen promovieren, aber die Arbeitsbedingungen sind bei einer Promotion bekanntermaßen schwierig. Und eigentlich wollte ich auch etwas entwickeln, wirklich etwas anfassen können, was ins Weltall fliegt. Und das kann ich jetzt glücklicherweise seit über zwei Jahren bei OHB. 

Viktoria Schöneichs Mission bei OHB ist: Prüfen, Testen, Inspizieren.

Pionier der Raumfahrt werden: Karriere bei OHB machen.

We. Create. Space. Durchstarten bei einem der erfolgreichsten europäischen Raumfahrtunternehmen.

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