EnMAP wird als Umweltbeobachter ab Frühjahr 2022 im Orbit seine Runden drehen. © OHB

Was kann EnMAP?

Wie der deutsche Hyperspektralsatellit neue Erkenntnisse über die Umwelt liefern soll

Der Umweltbeobachter EnMAP, den die OHB System AG im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR gebaut hat, wird im April 2022 in seinen Orbit reisen und von dort aus Veränderungen von Natur und Klima auf die Spur gehen. Doch was kann EnMAP? Das OHB-Team hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum deutschen Hyperspektralsatelliten zusammengestellt.

Was kann der Hyperspektralsatellit EnMAP?

Die spektral hochaufgelösten Aufnahmen von EnMAP werden Antworten auf Fragen wie diese geben: Wie verschmutzt ist das Gewässer? Welche Mineralien oder Schadstoffe sind hier im Boden? Was wächst dort und wie steht es um die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die unterschiedlichsten Ökosysteme aus? Das Herzstück des Satelliten ist das Hyperspektralinstrument, durch das der Satellit in der Lage sein wird, die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis in den kurzwelligen Infrarotbereich in kontinuierlichen Spektren zu erfassen. Somit können spektral hochaufgelöste Aufnahmen angefertigt werden, die quantitative Aussagen über die mineralogische Zusammensetzung von Gesteinen, die Schädigung von Pflanzen durch Luftschadstoffe, die Wasserqualität von Seen und Küstengewässern oder den Grad der Bodenverschmutzung erlauben.

Abgesehen von der Funktion Umweltbeobachter, was kann EnMAP noch?

EnMAP ist ein weiterer hochkomplexer Erdbeobachtungssatellit. Das Hyperspektralinstrument, das der Satellit trägt, verfügt über zwei abbildende Spektrometer mit insgesamt 242 Aufnahmebändern im Wellenlängenbereich von 420 bis 2450 Nanometern. Die spektrale Auflösung liegt dabei bei 6,5 Nanometern im sichtbaren und nahinfraroten Bereich und bei 10 Nanometern im kurzwelligen Infrarotbereich. Dadurch wird der Satellit dazu in der Lage sein, die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis in den kurzwelligen Infrarotbereich in kontinuierlichen Spektren zu erfassen. Somit können spektral hochaufgelöste Aufnahmen angefertigt werden, die quantitative Aussagen über die mineralogische Zusammensetzung von Gesteinen, die Schädigung von Pflanzen durch Luftschadstoffe, die Wasserqualität von Seen und Küstengewässern oder den Grad der Bodenverschmutzung erlauben. Dies kommt den Geo-, Agrar- und Umweltwissenschaften zugute.

Wie kann EnMAP die Erde abscannen?

Der Satellit kann um 30 Grad geschwenkt werden, woraus für jeden beliebigen Punkt auf der Erdoberfläche eine mögliche Wiederbesuchszeit von maximal vier Tagen resultiert. Die räumliche Auflösung liegt bei 30 Metern. Dadurch können mit EnMAP auch vergleichsweise schnell ablaufende räumlich-zeitliche Veränderungen, wie etwa Erosionsvorgänge oder Vegetationsperioden, dokumentiert werden.

Wo wurde das Hyperspektralinstrument gebaut?

Das Instrument wurde am OHB-Raumfahrtzentrum „Optik und Wissenschaft“ in Oberpfaffenhofen entwickelte und gebaut. Obwohl es sich bei EnMAP in erster Linie um eine wissenschaftliche Mission handelt, gibt es ein Potenzial, operative Anwendungen beispielsweise für die Landwirtschaft oder den Umweltschutz zu entwickeln. Die wissenschaftliche Leitung des EnMAP-Projektes liegt beim Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, die Gesamtprojektleitung obliegt dem DLR Raumfahrtmanagement. OHB entwickelt die Satellitenplattform und das Hyperspektralinstrument.

Wann wird EnMAP starten und wie lange wird er arbeiten?

Der Launch des Satelliten ist für April 2022 geplant, die wissenschaftliche Mission ist auf fünf Jahre ausgelegt. Der „Umweltbeobachter“ wird mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX zu seiner sonnensynchronen Erdumlaufbahn in rund 650 Kilometer Höhe aufbrechen.

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