Pionierarbeit für OHB-Czechspace

Interview mit Ariane Wyen, Geschäftsführerin der OHB Czechspace s.r.o, über die Herausforderungen rund um das neue tschechische Unternehmen in der OHB-Gruppe

OHB Redaktionsteam
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von OHB Redaktionsteam, OHB SE

Mitte November 2018 startete die OHB Czechspace s.r.o ihren operativen Betrieb in der Stadt Brünn in der Tschechischen Republik. Zur Geschäftsführerin der OHB Czechspace wurde die OHB-Ingenieurin Ariane Wyen bestellt. Im Interview spricht die 32-Jährige über die Anfangsphase des neuen Unternehmens der OHB-Gruppe und die Herausforderung die tschechische Sprache zu erlernen.

Diese Pionierarbeit wollte ich immer machen und meine Bremer Kollegen sind mir ein Vorbild.

Ariane Wyen, Geschäftsführerin Czechspace

 

Frau Wyen, Ihre neue Position ist sicherlich eine große Herausforderung. Was hat für Sie den Ausschlag gegeben, die Geschäftsführung der Czechspace zu übernehmen?

Ariane Wyen: Wir decken mit Czechspace den Geschäftsbereich Strukturanalyse und Design, System Engineering sowie Beschaffung von Struktur Hardware ab. Da ich bei OHB in den vergangenen sechs Jahren als Systemingenieurin in diesem Fachgebiet tätig war, habe ich mich auf diese Stelle beworben. Und dann hat es geklappt. Ich freue mich sehr auf diese spannende Herausforderung.

Mit welcher Motivation gehen Sie diese Herausforderung an?

Wyen: Eine sehr persönliche. Die Geschichten meiner Kollegen Harald Segelke und Dieter Wilker haben mich sehr beeindruckt. Beide sind seit mehr als drei Jahrzehnten bei OHB tätig und haben dieses Unternehmen von Anfang an begleitet. Zu Beginn, als OHB noch mit einer kleinen Mannschaft tätig war, waren Allrounder mit einer Hands-on-Mentalität gefragt. Es ging darum, ein Unternehmen von null aufzubauen – und genau das ist jetzt für mich und mein Team die spannende Herausforderung in Tschechien. Diese Pionierarbeit wollte ich immer machen und meine Bremer Kollegen sind mir ein Vorbild. Jetzt habe ich die Chance.

Gibt es Wehmut?

Wyen: Oh ja. Ich bin sehr traurig, meine tollen Bremer Kolleginnen und Kollegen nicht mehr täglich sehen zu können. Und natürlich hätte ich das Projekt SARah gerne bis zum Ende betreut.

Wird Brünn nun zum Lebensmittelpunkt?

Wyen: Ich suche eine Wohnung in Brünn, aber mein Lebensmittelpunkt bleibt zunächst Bremen.

Bremen oder Brünn, wer gewinnt im Städtevergleich?

Wyen: Brünn erinnert mich schon sehr an Bremen. Mit einer Straßenbahn mitten durch die City. Außerdem gibt es erstklassige Restaurants und Bars – ich fühle mich sehr wohl in Brünn und freue mich, Tschechien in den nächsten Jahren weiter zu entdecken. Aber mein Herz schlägt natürlich weiterhin für Bremen.

Sprechen Sie Tschechisch?

Wyen: Nein, aber ich möchte es lernen. Zwei Bücher und fünf Apps habe ich mir schon zugelegt. Im Februar steht der erste Intensivkurs an. Ich habe mir fest vorgenommen, die Sprache zu lernen, die als sehr schwierig gilt. Dafür haben mich einige Tschechen schon wohlwollend belächelt und  sagten zu mir, ich solle es gar nicht erst versuchen. (lacht)

Wie groß ist das Czechspace-Team in Brünn?

Wyen: Aktuell sind wir ein fünfköpfiges Team bestehend aus Tschechen und Slowaken. Das Team wird sich bis Ende 2020 auf 20 bis 25 Mitarbeiter vergrößern. Der Run auf die Stellen ist groß. Wir suchen aktuell im Procurement, System Engineering, in der Product Assurance und haben unglaublich viele Bewerbungen. Wir werden sicher bald viele hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen in die OHB-Familie holen können.

Gibt es schon erste Aufträge?

Wyen: Ja, und darauf sind wir sehr stolz. Unter anderem sind wir an einer ESA Studie beteiligt, die einen Prozess für die Entwicklung von multifunktionalen, gedruckten Satellitenbauteilen erarbeitet.

Wie sieht Ihre Vision für Czechspace aus, wo möchten Sie mit dem Unternehmen hin?

Wyen: Ich möchte Czechspace als Unternehmen im Bereich Struktur etablieren und natürlich weitere Aufträge gewinnen. Gerne würden wir in 2019 Kooperationspartner von tschechischen Unternehmen werden und Partnerschaften mit tschechischen Universitäten eingehen. Langfristig sollen noch weitere Geschäftsfelder hinzukommen.

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