Pressemitteilung

MTU Aero Engines und MT Aerospace entwickeln Treibstoffsystem für Flüssigwasserstoff

Partner geben Kooperation auf der Paris Air Show bekannt

Paris, 19. Juni 2023. Die MTU Aero Engines, Deutschlands führender Triebwerkshersteller, und das Luft- und Raumfahrtunternehmen MT Aerospace entwickeln gemeinsam ein komplettes Flüssigwasserstoff-Treibstoffsystem für die zivile Luftfahrt. Das haben die Partner heute auf der Paris Air Show in Le Bourget bekannt gegeben. Erste Anwendung soll die fliegende Brennstoffzelle der MTU sein.

„Uns verbindet nicht nur seit vielen Jahren eine erfolgreiche Partnerschaft, sondern auch die gemeinsame Vision des emissionsfreien Fliegens“, erklärt Barnaby Law, Chief-Engineer Flying Fuel Cell™ für die MTU. Vor etwa drei Jahren wurde die gemeinsame Entwicklungsarbeit an dem LH2-Treibstoffsystem für zivile Luftfahrtanwendungen gestartet. Das System besteht aus Tanks, Sensoren, Wärmetauschern, Ventilen, Sicherheitssystemen und Regelung. Die Arbeit laufe hervorragend, so Law: Noch in diesem Jahr soll das erste System bei MT Aerospace in Augsburg getestet werden.

„Wir von MT Aerospace bringen unsere jahrzehntelange Expertise im Bereich Wasserstoff aus der Raumfahrt ein und wollen sie jetzt erstmals auch für die zivile Luftfahrt nutzbar machen“, sagt Markus Staudt, Vice President and Head of Business Development Export, Defence & Hydrogen. Die Expert:innen des Luft- und Raumfahrtunternehmens sind verantwortlich für das kryogene Wasserstoff-Speicher- und -Versorgungssystem, additiv gefertigte Wärmetauscher sowie Sensoren und die Systemintegration. „Diese Expertise resultiert sowohl aus nachhaltigen Technologieinnovationen als auch einer Vielzahl produktnaher kryogener Systemtests“, erklärt Dr. Günther Schullerer, Director Engineering bei MT Aerospace.

Das Sicherheitssystem, die Regelung und die Ventiltechnik fallen in das Arbeitspaket der MTU, die auch die Systemführerschaft inne hat. Alle Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), um die zulassungs- und sicherheitsrelevanten Anforderungen zu erfüllen. Zum Einsatz kommen soll die MTU-Brennstoffzelle ab 2035 zunächst auf kürzeren Strecken im Zubringer- und Regionalflugzeugbereich. Mit verbesserter Effizienz soll sie später dann auch auf der Kurz- und Mittelstrecke fliegen und die Klimawirkung des zivilen Luftverkehrs weiter verringern. „Das LH2-Treibstoffsystem, das jetzt für die FFC entwickelt wird, könnte von der Systemtechnik her mit leichten Änderungen auch für die Wasserstoff-Direktverbrennung in Fluggasturbinen verwendet werden“, so Law.

Über die MTU Aero Engines

Die MTU Aero Engines AG ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller. Ihre Kernkompetenzen liegen bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern, Turbinenzwischengehäusen sowie Herstell- und Reparaturverfahren. Im zivilen Neugeschäft spielt das Unternehmen eine Schlüsselrolle mit der Entwicklung, Fertigung und dem Vertrieb von Hightech-Komponenten im Rahmen internationaler Partnerschaften. MTU-Bauteile kommen bei einem Drittel der weltweiten Verkehrsflugzeuge zum Einsatz. Im Bereich der zivilen Instandhaltung zählt das Unternehmen zu den Top 3 der weltweiten Dienstleister für Luftfahrtantriebe und Industriegasturbinen. Die Aktivitäten sind unter dem Dach der MTU Maintenance zusammengefasst. Im Militärsektor ist die MTU der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Die MTU unterhält Standorte weltweit; Unternehmenssitz ist München. Im Geschäftsjahr 2022 haben über 11.000 Mitarbeiter:innen einen Umsatz in Höhe von 5,3 Milliarden Euro gemacht.

Über MT Aerospace

Die MT Aerospace AG, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE,  ist ein Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt mit rund 500 Mitarbeitern an den Standorten Augsburg, Bremen, und Kourou, Französisch-Guayana. MT Aerospace entwickelt und produziert Schlüsselkomponenten für die europäische Trägerrakete ARIANE, die Airbus-Flugzeugflotte, Raumfahrzeuge und Satelliten. MT Aerospace ist ein Technologieführer im Bereich Leichtbaustrukturen unter Verwendung von Metall- und Composite-Materialien und verfügt über einen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz in der Nutzung von Flüssigwasserstoff bei Raketenantrieben. Die Weiterentwicklung des Know-hows zu kompletten kryogenen Wasserstoff-Speicher- und -Versorgungssystemen ist ein differenzierendes Merkmal für MT Aerospace und findet ihre Anwendung bei elektrischen Antriebssystemen für zukünftige e-Mobilität.

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