Antwerp Space, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB, hat offiziell mit der Entwicklung des Kommunikationssubsystems für Vigil begonnen. Die Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat das Ziel, Europas Fähigkeit zur Überwachung und Bewältigung von Weltraumwetterereignissen zu stärken.
„Wir sind stolz darauf, zu Vigil beizutragen – einer Mission, die eine entscheidende Rolle beim Schutz kritischer Infrastrukturen auf der Erde spielen wird“, sagte Koen Puimege, Geschäftsführer von Antwerp Space. „Zuverlässige Kommunikation über große Distanzen im Deep Space ist für den Erfolg dieser Mission unerlässlich, und unser Team ist entschlossen, leistungsfähige Technologien bereitzustellen, die eine kontinuierliche und sichere Konnektivität über enorme Entfernungen ermöglichen.“
Verbesserung von Frühwarnfähigkeiten
Sonnenaktivitäten wie Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe können erhebliche Auswirkungen auf die Erde haben, darunter Störungen von Satellitenbetrieben, Kommunikations‑ und Navigationssystemen, Stromnetzen sowie der Luftfahrt. Da moderne Gesellschaften zunehmend von weltraumgestützter Infrastruktur abhängig sind, ist die Verbesserung von Frühwarnfähigkeiten entscheidend, um Sicherheit und Betriebskontinuität zu gewährleisten.
Vigil wird vom Lagrange Punkt L5 des Sonne‑Erde‑Systems aus operieren, einer stabilen Position in etwa 150 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Von diesem Aussichtspunkt aus wird das Raumfahrzeug die Sonne von der Seite beobachten und die Überwachung aktiver Sonnenregionen ermöglichen, noch bevor diese von der Erde aus sichtbar sind. Dank dieser Frühwarnfunktion können die Betreiber vorbeugende Maßnahmen ergreifen und so die Auswirkungen des Weltraumwetters auf kritische Infrastrukturen verringern.
Hochleistungsverstärker zur Übertragung von Signalen
Das Raumfahrzeug wird von Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer der Mission gebaut. Antwerp Space ist für das Kommunikationsmodul verantwortlich, das während der gesamten Missionsdauer eine unterbrechungsfreie Verbindung zur Erde sicherstellt. Das Kommunikationssubsystem umfasst Deep‑Space‑Transponder zur Steuerung der Hochfrequenzverbindungen sowie Hochleistungsverstärker zur Übertragung von Signalen über große Distanzen. Ein Netzwerk aus Hohlleitern und Schaltern leitet und steuert diese Signale innerhalb des Raumfahrzeugs. Zusammengenommen ermöglichen diese Technologien eine zuverlässige Kommunikation über den Deep Space hinweg und überbrücken die rund 150 Millionen Kilometer zwischen der Erde und der Raumsonde.
Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit wichtigen europäischen Partnern, darunter Thales Alenia Space und Exens Solutions, und unterstreicht die zentrale Rolle von Antwerp Space innerhalb der europäischen Raumfahrtindustrie.
Das Projekt baut auf der langjährigen Expertise von Antwerp Space im Bereich der Raumfahrtkommunikation auf und knüpft an Beiträge zu Missionen wie Juice, Ariel und dem ISS‑Modem Argo sowie an laufende Entwicklungen für zukünftige wissenschaftliche ESA‑Missionen an. Der Start der Vigil‑Mission ist derzeit für 2031 vorgesehen.