Die OHB-Story: Vom Fünfmannbetrieb zum Pionier der europäischen Raumfahrt

OHB ist ein führender europäischer Anbieter von Raumfahrtsystemen mit über 4.000 Mitarbeitenden. In 45 Jahren entwickelte sich das Unternehmen von einer Reparaturwerkstatt für hydraulische Schiffssysteme zum Raumfahrtpionier – bis heute familiengeführt und fokussiert auf effiziente, bedarfsgerechte Raumfahrt.

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2026

Am 13. März feiert OHB das 25-jährige Jubiläum des Börsengangs.

Gratulationstafel der Deutschen Börse. OHB ist eines der wenigen Unternehmen aus dem Neuen Markt, das noch immer börsennotiert und erfolgreich ist.

Mit LISA (Laser Interferometer Space Antenna) gewinnt OHB erstmals eine ESA-Wissenschaftsmission der L-Klasse. Dieser Missionstyp wird nur einmal alle zehn Jahre umgesetzt.

LISA soll als erstes weltraumgestütztes Observatorium Gravitationswellen im niedrigen Frequenzbereich messen. Dabei handelt es sich um winzige Kräuselungen der Raumzeit, die entstehen, wenn sich sehr schwere Objekte bewegen oder verschmelzen – zum Beispiel schwarze Löcher oder dichte Sternenpaare.

Carole Mundell (ESA Director of Science) und Chiara Pedersoli (CEO OHB System AG) beim feierlichen Kick-off-Event für die LISA-Mission auf der Paris Airshow 2025.
Drei Satelliten bilden ein 2,5 Millionen Kilometer großes Dreieck, um durch Laserinterferometrie Krümmungen der Raumzeit zu detektieren.

OHB unterzeichnet mit der Investmentgesellschaft KKR sowie den Mehrheitsaktionären eine Investorenvereinbarung über die Voraussetzungen und Bedingungen einer strategischen Beteiligung von KKR am OHB-Konzern. Durch diesen Schritt wird die Kapitalbasis für die Umsetzung der Wachstumsstrategie gestärkt.

Beim Capital Market Day am 13. Februar stellt OHB die Unternehmensstrategie für die nächsten Jahre vor, die als zentrales Detail die Schaffung des neuen Geschäftsbereichs Digital zur Bündelung der Aktivitäten im Bereich bodengestützter Dienstleistungen beinhaltet. Durch diesen Schritt kann OHB nun Satelliten, Launcher und raumfahrtbasierte Services anbieten – Raumfahrt von A bis Z.

Auf der Bilanzpressekonferenz wird ein bedeutender wirtschaftlicher Meilenstein bekanntgegeben: Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018 betrug die Gesamtleistung der OHB-Gruppe erstmals eine Milliarde Euro.

2010 steht im Zeichen von zwei neuen Großprojekten: OHB gewinnt die volle erste Tranche von vierzehn Satelliten für Europas Navigationssystem Galileo (im Laufe der nächsten sieben Jahre werden sukzessive 20 weitere Satelliten bestellt) und erhält gemeinsam mit Thales Alenia Space auch den Zuschlag für die nächste Generation der europäischen Wettersatelliten Meteosat Third Generation (MTG).

Der Gewinn von Galileo ist ein Erfolg, der OHB im Vorfeld von kaum jemandem zugetraut wurde.
Die MTG-Satelliten ermöglichen präzisere Wettervorhersagen für Europa.

Aufgrund stagnierender Raumfahrtbudgets tritt eine Zeit der Konsolidierungen ein und etliche Technologieunternehmen trennen sich von ihren Raumfahrtsparten. Familie Fuchs setzt davon unbeirrt weiterhin auf eine positive Entwicklung der Branche, gründet strategisch Startups und kauft europaweit Unternehmen auf.

Unter Marco Fuchs erfolgt am 13. März der Börsengang, während das technische Team um Manfred Fuchs an einem Angebot arbeitet, das Ende des Jahres den großen Durchbruch bringt: OHB gewinnt den Wettbewerb um das Aufklärungssystem SAR-Lupe und schafft damit den Schritt zum Systemanbieter.

Das aus fünf baugleichen Kleinsatelliten bestehende Aufklärungssystem SAR-Lupe für die Bundeswehr markiert für OHB den Übergang vom Zulieferer zum Systemanbieter.
Die Entwicklungsarbeiten binden im Laufe des Projektfortschritts erstmalig bis zu 75 Mitarbeiter. Das ist, gemessen am Tag der Ausschreibung, die Größenordnung der kompletten Belegschaft.

Der damals in New York und Frankfurt praktizierende Anwalt Marco Fuchs kommt in das noch kleine High-Tech-Unternehmen seiner Eltern. Damit haben der Technikvisionär Manfred Fuchs und die Finanzexpertin Christa Fuchs einen Strategen an ihrer Seite, der die Unternehmensnachfolge und weiteres Wachstum sicherstellt.

Marco, Christa und Manfred Fuchs..
Der erste Satellit „made by OHB“ macht sich auf den Weg ins All: BremSat startet an Bord der Raumfähre Discovery und führt ab Februar 1994 ein Jahr lang wissenschaftliche Experimente und Umweltbeobachtungen durch.
Mit BremSat startet OHB ins Kleinsatellitengeschäft.
Zur gleichen Zeit wird mit der Entwicklung des hauseigenen kleinen Telekommunikationssatelliten SAFIR begonnen.

In der Anfangsphase realisiert OHB vor allem Equipment für die Mikrogravitationsforschung – von der MIKROBA-Fallkapsel bis hin zu Beiträgen für die damaligen großen Raumfahrtmissionen Spacelab, D2 und MIR 92.

Parallel wird mit der Entwicklung der ersten Satelliten begonnen.

Ab 1985 geht es Schritt für Schritt in Richtung Raumfahrt. Zunächst mit der Fallkapsel MIKROBA und Experimenten unter Schwerelosigkeit.
Ein weiteres frühes Projekt ist Experimentierequipment für das wiederverwendbare Raumlabor Spacelab.

Auf den Eintritt von Manfred Fuchs folgen schnell erste Raumfahrtprojekte. Das Erfolgskonzept: Innovation und Pragmatismus.

Mit dem Einstieg in das Raumfahrtgeschäft wird die Werkstatt in Hemelingen allerdings schnell zu klein. Es erfolgt der Umzug in den Technologiepark Bremen nahe der Universität – bis heute Hauptsitz des OHB-Konzerns.

Das Umfeld aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung, Instituten und dem Fallturm im Technologiepark Bremen ist ideal für das aufstrebende Raumfahrtunternehmen OHB.
Einweihung des neuen Standorts an der Universitätsallee.

Manfred Fuchs wechselt in das Unternehmen seiner Frau und bringt die Raumfahrt mit. Als Manager bei MBB ERNO (heute Airbus) hat er die Branche im Norden Deutschlands maßgeblich mit aufgebaut.

Seine Vision: Bauteile und Technologien werden immer kleiner und effizienter, warum also nicht auch Satelliten bei verbesserter Leistung wesentlich kleiner und kostengünstiger anbieten?

Der Eintritt von Manfred Fuchs in das Unternehmen seiner Frau markiert den Kurswechsel Richtung Raumfahrt.
Zu diesem Zeitpunkt ist das Geschäft von Opportunismus geprägt, darunter Entwicklungsarbeiten für des Ölbekämpfungsschiff Knechtsand.

Christa Fuchs steigt als Teilhaberin bei Otto Hydraulik Bremen ein. Das Unternehmen mit Sitz am Hemelinger Hafendamm beschäftigt zu diesem Zeitpunkt fünf Mitarbeiter und ist auf die Wartung von elektrischen und hydraulischen Schiffssystemen für die Bundeswehr spezialisiert.

Ein Jahr später übernimmt die gelernte Kauffrau die unternehmerische Führung des Betriebs, stellt erste Ingenieure und Fachleute ein und damit die Weichen auf Wachstum.

Als Familie Otto einen Nachfolger für ihren kleinen Werkstattbetrieb in Bremen-Hemelingen sucht, ist Christa Fuchs offen für eine neue Herausforderung.
Ulrich Schulz war OHBs erster Ingenieur und später langjähriges Vorstandsmitglied. In den Anfängen macht er sich noch mit dem Schiffbau vertraut.