Europa und Japan vertiefen ihre Zusammenarbeit in der planetaren Verteidigung: Bei der Unterzeichnung entsprechender Kooperationsvereinbarungen zwischen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA war OHB‑CEO Marco Fuchs auf Einladung der ESA in Berlin dabei. Die Signature Ceremony in der italienischen Botschaft wurde von der ESA in Zusammenarbeit mit der Italienischen Raumfahrtagentur ASI ausgerichtet.
Mit den unterzeichneten Vereinbarungen bekräftigen ESA und JAXA ihre strategische Partnerschaft im Bereich Planetary Defence und besiegeln zugleich die Zusammenarbeit bei der RAMSES‑Mission (Rapid Apophis Mission for Space Safety). Die Unterzeichnung erfolgte durch ESA‑Generaldirektor Josef Aschbacher und JAXA‑Präsident Hiroshi Yamakawa im Beisein europäischer und japanischer Vertreter aus Politik, Forschung und Industrie.
„Planetare Verteidigung entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in der Umsetzung“, sagte Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB. „Missionen wie Hera und jetzt RAMSES zeigen, dass Europa in der Lage ist, Asteroidenmissionen zum Schutz der Erde schnell, zuverlässig und mit hoher technologischer Reife zu realisieren. Dass ESA und JAXA bei RAMSES auf bewährte industrielle Heritage setzen und ihre Kompetenzen bündeln, ist ein starkes Signal für handlungsfähige internationale Zusammenarbeit.“
Die RAMSES‑Mission ist das erste konkrete operative Ergebnis der erweiterten ESA‑JAXA‑Kooperation. Der Start ist für 2028 vorgesehen, um den erdnahen Asteroiden (99942) Apophis rund zwei Monate vor seinem außergewöhnlich nahen Vorbeiflug an der Erde im April 2029 zu erreichen. Mit einem Durchmesser von etwa 375 Metern wird Apophis die Erde in nur rund 32.000 Kilometern Entfernung passieren – näher als geostationäre Satelliten. Eine Einschlagsgefahr besteht nicht, das Ereignis ist jedoch extrem selten und von hohem wissenschaftlichem Wert.
Während des Vorbeiflugs wird die RAMSES-Sonde den Asteroiden Apophis vor, während und nach dem Annäherungsereignis begleiten und untersuchen, wie die Erdanziehung seine Bahn, Rotation, Form und Oberfläche beeinflusst. Die gewonnenen Messdaten liefern entscheidende Erkenntnisse über Struktur, Zusammensetzung und Verhalten großer Asteroiden – essenziell für die Weiterentwicklung zukünftiger Schutz‑ und Abwehrkonzepte.
Technologisch basiert RAMSES auf der ESA‑Mission Hera, die von der OHB System AG in nur vier Jahren entwickelt und gebaut wurde. Diese Hera‑Heritage ermöglicht eine Umsetzung der RAMSES‑Mission in Rekordzeit: Entwicklung, Integration und Tests der Sonde müssen in nur 3,5 Jahren erfolgen, um den Asteroiden rechtzeitig zu erreichen. Die ESA hat OHB Italia mit der Realisierung der Raumsonde als Industrie-Prime beauftragt, Teile der Sonde werden bei OHB in Bremen gebaut.
Mit Hera und RAMSES unterstreicht OHB die führende Rolle im Bereich der planetaren Verteidigung. Zugleich zeigt die vertiefte Zusammenarbeit von ESA und JAXA, wie internationale Partnerschaften technologische Exzellenz in konkrete Missionen mit strategischer Bedeutung überführen – für die Sicherheit der Erde und die Stärkung europäischer und internationaler Raumfahrtkompetenz.