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OHB erreicht wichtigen Meilenstein für ESA‑Mission PLATO: Erfolgreiche Tests unter Weltraumbedingungen abgeschlossen

23.04.2026

Das Raumfahrtunternehmen OHB hat gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) einen weiteren entscheidenden Schritt für die ESA‑Wissenschaftsmission PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of stars) erreicht: Die umfangreichen Thermalvakuumtests des PLATO‑Weltraumteleskops, das erdähnliche Exoplaneten suchen und finden soll, war erfolgreich.Die Testkampagne fand über den gesamten Monat März 2026 im Large Sun Simulation (LSS)‑Testzentrum der ESA am Standort ESTEC in den Niederlanden statt und endete planmäßig im April.

Bei sogenannten Thermalvakuumtests wird eine Raumsonde Bedingungen ausgesetzt, wie sie später im Weltraum herrschen: extreme Temperaturen, starke Temperaturschwankungen und nahezu vollständiges Vakuum. Ziel dieser Tests ist es, nachzuweisen, dass alle Systeme und Instrumente auch unter diesen realitätsnahen Weltraumbedingungen zuverlässig funktionieren. Für Raumfahrtmissionen zählen diese Tests zu den anspruchsvollsten Phasen der Qualifikation.

Enge Zusammenarbeit mit der ESA

Während der Testkampagne arbeiteten die AIT‑, Engineering‑, Thermal‑ und Systemteams von OHB eng mit der ESA zusammen, um sämtliche Subsysteme und die wissenschaftliche Nutzlast des Satelliten umfassend zu prüfen. Der erfolgreiche Abschluss bestätigt die technische Robustheit und Einsatzbereitschaft des PLATO‑Raumfahrzeugs.

Der PLATO-Projektmanager der ESA, Thomas Walloscheck, sagte: „Dies war ein sehr wichtiger Schritt in Richtung des Starts und nur möglich aufgrund des Engagements aller Teams der ESA, des industriellen PLATO-Kernteams und ETS, die eng zusammengearbeitet haben. Mit dieser Testkampagne haben wir gezeigt, dass das Raumfahrzeug und die Nutzlast in den anspruchsvollen Bedingungen des Weltraums funktionieren und wir die thermische Fokussierung der Kameras mit der erforderlichen Präzision steuern können.“
Jack Hazeldine, PLATO AIT‑Manager bei OHB, betonte ebenfalls die herausragende Teamleistung: „Der hochkomplexe Testaufbau im ESA‑Weltraumsimulator und die strengen Reinraumbedingungen stellten große Anforderungen. Dank der exzellenten Zusammenarbeit aller beteiligten Teams konnten wir alle Testziele vollständig erreichen.“

Auch aus Systemsicht ist der Meilenstein von großer Bedeutung. „Thermalvakuumtests sind ein zentraler Nachweis dafür, dass ein Satellit den Belastungen im All standhält“, erklärt Laura León, PLATO System Engineer Manager. „Das positive Ergebnis zeigt nicht nur die technische Exzellenz, sondern auch das außergewöhnliche Engagement und die Flexibilität des gesamten Teams.“

Pablo Jorba Coloma, PLATO‑Projektleiter bei OHB, ergänzt: „Diese Testkampagne unterstreicht eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit von OHB und die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten. Sie bringt die PLATO‑Mission einen großen Schritt näher an ihren Einsatz im All.“

Dieser Meilenstein markiert den Abschluss der sogenannten „Umweltkampagne“, in deren Rahmen die Robustheit des PLATO-Raumfahrzeugs unter den extremen Startbedingungen sowie für den Betrieb in der rauen Weltraumumgebung nachgewiesen wurde. In den kommenden Monaten wird das PLATO-Team weitere Tests durchführen, darunter Tests zur elektromagnetischen Verträglichkeit, um die abschließende Qualifikationsprüfung zu bestehen und die Startbereitschaft des Raumfahrzeugs zu bestätigen, die derzeit für Januar 2027 vorgesehen ist.

Die PLATO-Mission auf der Suche nach einer zweiten Erde

PLATO ist eine Weltraummission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), die nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sucht. Diese Exoplaneten kreisen um ferne Sterne. Mit Hilfe seiner 26 empfindlichen Kameras beobachtet PLATO viele Sterne gleichzeitig und erkennt winzige Helligkeitsschwankungen, die entstehen, wenn ein Planet vor seinem Stern vorbeizieht. So können neue Planeten entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht werden. Ziel der Mission ist es, besser zu verstehen, wie Planetensysteme entstehen – und ob es im Universum Planeten gibt, die der Erde ähneln und möglicherweise lebensfreundlich sind.

Die PLATO-Nutzlast, das PLATO-Bodensegment und die PLATO-Datenverarbeitung sind gemeinsame Entwicklungen der ESA und des PLATO-Missionskonsortiums (PMC). Die Finanzierung des PMC erfolgt auf nationaler Ebene, insbesondere durch die Länder, die am PLATO-Multilateralen Abkommen teilnehmen (Österreich, Belgien, Tschechische Republik, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz, Norwegen und Vereinigtes Königreich) sowie durch Institutionen aus Brasilien.

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