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ESA-Studie zu Klima-Kipppunkten gestartet

OHB und AWI tauschen sich zu Möglichkeiten künftiger Erdbeobachtungsmissionen aus

Bremen, 15.10.2026

Wie lassen sich abrupte Veränderungen im Erdsystem frühzeitig erkennen? Dieser Frage widmet sich die neue ESA-Studie EO4TIPP (Future Earth Observation Architecture for Monitoring Tipping Points), die OHB gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und der Universität Exeter durchführt. Der Projektstart war unter anderem Thema beim Besuch des neuen AWI-Direktors Dr. Hajo Eicken und seiner Delegation aus führenden Klima-, Polar- und Meeresforschern am OHB-Standort Bremen. Dort tauschten sich die Partner über aktuelle Herausforderungen der Klimaforschung sowie die Bedeutung moderner Erdbeobachtungssysteme für die Überwachung globaler Veränderungen im Erdsystem aus.

„Ich freue mich über die Zusammenarbeit mit dem AWI und der Universität Exeter. Der enge Austausch zwischen Wissenschaft und Industrie ist entscheidend, um neue Erkenntnisse in innovative Raumfahrtlösungen zu überführen und Europas Erdbeobachtung weiter zu stärken“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE.

Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA untersucht die Studie in den kommenden zwei Jahren die Eignung bestehender und künftiger Erdbeobachtungssysteme zur frühzeitigen Erkennung und Überwachung von Kipppunkten im Erdsystem. Im Fokus der Studie stehen vier besonders relevante Prozesse: das Auftauen von Permafrostböden, Veränderungen im Amazonas-Regenwald, ein möglicher Kollaps des westantarktischen Eisschilds sowie ein Kollabieren der Atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC). Ziel ist es, die hierfür entscheidenden Beobachtungsdaten zu identifizieren, bestehende Beobachtungslücken aufzuzeigen und Empfehlungen für künftige Erdbeobachtungsmissionen und Monitoring-Dienste abzuleiten.

„Kipppunkte im Erdsystem gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Um sie frühzeitig zu erkennen, braucht es wissenschaftliche Spitzenforschung und leistungsfähige Erdbeobachtung“, betont Dr. Stephan Holsten, Leiter der Abteilung Erdbeobachtung in der Vorentwicklung bei OHB. „Im Rahmen der Studie analysieren wir, welche Beobachtungsdaten für die Überwachung von Kipppunkten entscheidend sind, wo heute noch Lücken bestehen und wie künftige Erdbeobachtungsarchitekturen gezielt weiterentwickelt werden können“, so Holsten.

In der Erdbeobachtung ist der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB führend. Erdbeobachtungsmissionen wie die Copernicus-Mission CO2M, für die OHB als Hauptauftragnehmerin die Satelliten entwickelt und baut, die deutsche Hyperspektralmission EnMAP zur Beobachtung von Umwelt- und Klimaprozessen sowie die ESA-Mission Harmony, die künftig neue Erkenntnisse über die Dynamik von Ozeanen, Eisflächen und Landoberflächen liefern wird, zeigen die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Raumfahrtindustrie. Gemeinsam tragen diese Missionen dazu bei, die Dynamik unseres Planeten besser zu verstehen, den Klimawandel präziser zu beobachten und Europas Kompetenzen in der Erdbeobachtung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

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