Ein besonderer Moment auf der ILA Berlin: Am OHB-Stand haben OHB Italia, ein Tochterunternehmen des Technologie- und Raumfahrtkonzerns OHB SE mit Cosine Remote Sensing heute einen wichtigen Schritt für Europas planetare Verteidigung besiegelt. Beide Unternehmen unterzeichneten den Vertrag für die Hyperspektralkamera HAMLET, ein zentrales Instrument der ESA-JAXA-Mission RAMSES (Rapid Apophis Mission for Space Safety). Die Mission wird den Asteroiden Apophis bei seinem spektakulär nahen Vorbeiflug an der Erde im April 2029 untersuchen.
Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE, sagt: „Missionen wie RAMSES zeigen eindrucksvoll, was europäische Raumfahrt leisten kann. Die Daten dieser Kamera werden uns erstmals im Detail offenbaren, woraus Apophis besteht und wie er sich verhält. Dass wir bei der Mission so gut im Zeitplan liegen, ist eine starke Teamleistung – und es macht mich stolz, dass wir einen konkreten Beitrag zur planetaren Verteidigung leisten.“
Die ESA-Mission RAMSES muss Apophis rechtzeitig vor seinem historischen Erdvorbeiflug erreichen. Wenn der Asteroid dann in nur 32.000 Kilometern Entfernung, an der Erde vorbeifliegt, können Forschende unter anderem erstmals live beobachten, wie ein Asteroid auf die Anziehungskraft unseres Planeten reagiert. Millionen Menschen können zudem den Vorbeiflug mit bloßem Auge verfolgen. Roberto Aceti, Geschäftsführer von OHB Italia, die von der ESA als Industrieprime ausgewählt wurden, betont: „Indem wir Apophis während seines nahen Vorbeiflugs untersuchen, gewinnen wir entscheidendes Wissen für den Schutz unseres Planeten. Aufbauend auf dem Erfolg von Hera wird RAMSES die planetare Verteidigung auf ein neues Niveau heben: Wir beobachten nicht nur, wie wir mit einem Asteroiden interagieren können, sondern wie ein Asteroid mit der Erde selbst interagiert.“
Hochpräzise Analyse mit HAMLET
Mit HAMLET kommt modernste europäische Sensortechnologie zum Einsatz: Die Hyperspektralkamera, basierend auf der erfolgreichen HyperScout-Kamera der Hera-Mission, analysiert die Oberfläche von Apophis in zahlreichen Spektralbereichen im nahen und kurzwelligen Infrarot. So liefert sie hochauflösende Daten zu Zusammensetzung, Struktur und physikalischen Eigenschaften.
Damit wird erstmals eine detaillierte mineralogische und geologische Untersuchung eines Asteroiden während eines erdnahen Vorbeiflugs möglich – ein entscheidender Schritt für Forschung und planetare Sicherheit.