Die Erdbeobachtungsmission SOVA-S unter der Leitung von OHB Czechspace wurde nach einer zehnmonatigen Evaluierung von der ESA als eine von zwei Missionen ausgewählt, die in die nächste Entwicklungsphase übergehen.
SOVA-S ist Teil des wachsenden Scout-Programms der ESA im Rahmen der FutureEO-Initiative und ergänzt die etablierten Earth-Explorer-Missionen. Eine Besonderheit der Scout-Missionen ist, dass sie auf Kleinsatelliten basieren und konsequent nach dem New-Space-Ansatz entwickelt werden. Dazu zählen unter anderem die Miniaturisierung bestehender Raumfahrttechnologien, kurze Entwicklungszeiten (Start innerhalb von drei Jahren nach Projektbeginn) sowie ein starker Fokus auf Kosteneffizienz (Budget unter 35 Millionen Euro).
Ziel der Mission SOVA-S ist die nahezu globale, tägliche Beobachtung atmosphärischer Schwerewellen in der oberen Mesosphäre und unteren Thermosphäre (~80–120 km). Diese spielen eine entscheidende Rolle für die Dynamik der Atmosphäre in großen Höhen. Durch eine verbesserte Parametrisierung dieser Prozesse in Klima- und Weltraumwettermodellen wird erwartet, dass die Mission die Vorhersagefähigkeiten für die mittlere und obere Atmosphäre verbessert.
Die gewonnenen Daten werden zu einem besseren Verständnis von Extremwetterphänomenen beitragen und die Positionsgenauigkeit von GNSS-Systemen verbessern, was insbesondere für die Luftfahrt von großer Bedeutung ist.
OHB Czechspace leitet die Entwicklung des Satelliten als Hauptauftragnehmer. „Die Auswahl von SOVA-S für die weitere Entwicklung ist ein bedeutender Meilenstein für unser Team und für den tschechischen Weltraumsektor“, erklärt Vít Pavelec, Geschäftsführer von OHB Czechspace. „Die Mission adressiert eine grundlegende wissenschaftliche Herausforderung – das Verständnis atmosphärischer Schwerewellen und ihres Einflusses auf Klima und Weltraumwetter. Als Hauptauftragnehmer sind wir stolz darauf, die Entwicklung dessen zu leiten, was der größte jemals in der Tschechischen Republik gebaute Satellit sein wird. Ebenso wichtig ist die enge deutsch-tschechische Zusammenarbeit, insbesondere mit dem DLR und industriellen Partnern. Diese Partnerschaft zeigt die Fähigkeit Europas, Exzellenz über Ländergrenzen hinweg zu bündeln, um ambitionierte Raumfahrtmissionen zu realisieren.“