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Powerfrau durch und durch

OHB-Ingenieurin Ariane Wyen für den Engineer Powerwomen Award nominiert

Mit schnellen Schritten geht sie über den Flur Richtung Besprechungsraum. Auf dem Weg dorthin kommt ein Kollege entgegen, spricht sie an. „Ich komme gegen vier zu dir“, sagt sie, lächelt, geht in den Meetingraum und lässt sich auf einen Bürostuhl fallen. „Kann losgehen“, sagt sie, lächelt. Dass Ariane Wyen eine Powerfrau ist, ist nicht nur an ihrem zackigen Auftreten ersichtlich. Die 32-jährige Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik ist auch außerhalb der Büroräume ihres Arbeitgebers OHB System AG, einem Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, schwer auf Draht.

Ich wollte unbedingt zu einem Systemführer

Ariane Wyen, OHB System AG

Sie vermittelt ihre Leidenschaft für Weltraumtechnologie auf vielen Ebenen: Vorträge in Schulen und Universitäten, Veranstaltungsreihen und nicht zuletzt die Initiative DieAstronautin, bei der sich Ariane Wyen darum bewarb, als erste deutsche Astronautin ins Weltall zu starten.

Die Nominierung für den Karrierepreis „Engineer Powerwoman 2018“ würdigt nun ihr Engagement als Powerfrau im technischen Umfeld. Die Deutsche Messe zeichnet mit diesem Award zum sechsten Mal eine Vorreiterin aus dem MINT-Bereich aus, die in einem Unternehmen mit technischem Schwerpunkt innovative Akzente setzt. Die Verleihung findet am Freitag, 27. April 2018 auf dem Messegelände in Hannover statt. Dafür jettet Ariane Wyen von der Luft- und Raumfahrtmesse ILA Berlin 2018, auf der sich OHB präsentiert, mal eben nach Hannover – und wieder zurück.

Ariane Wyen bei der Initiative DieAstronautin. © OHB 

Die Vorliebe für technische Spielereien hatte Ariane Wyen schon als Kind. Statt wie andere Mädchen in ihrem Alter mit Barbies zu spielen, bastelte die damals Zehnjährige in Papis Werkstatt viel lieber ihren ersten Schaltkreis zusammen. „Natürlich hatte ich auch Puppen, aber ich habe halt viel lieber mit Lego gespielt“, sagt die 32-Jährige. Dass aus dem technisch affinen Mädchen später eine Raumfahrtingenieurin wird, besiegelte der Actionfilm Armageddon dann in den 90er Jahren. In dem Streifen versucht Hauptdarsteller Bruce Willis einen aus dem All heranrasenden Meteoriten abzuwenden. „Der Film hat absolut geholfen“, sagt sie und lacht, „außerdem fand ich Raketenstarts und Astronomie überhaupt schon immer ziemlich cool.“ Ihr Studium zur Diplom-Ingenieurin für Luft- und Raumfahrttechnik absolvierte sie dann an der Universität in Stuttgart und der Universitiy of Kansas in den USA. Danach ging ihr Weg ziemlich direkt zu OHB: „Ich wollte unbedingt zu einem Systemführer.“ Seit 2012 ist Ariane Wyen für OHB tätig. Derzeit arbeitet sie für das Projekt SARah, ein satellitengestütztes Radaraufklärungssystem. Als Hauptansprechpartnerin für den Bereich „Strukturanalyse und -verifikation“ ist Ariane Wyen für die Entwicklung, Beschaffung und Verifizierung der Satellitenstruktur verantwortlich. Ebenso stellt sie sicher, dass alle elektronischen Satellitenkomponenten den hohen mechanischen Lasten eines Raketenstarts standhalten und im Orbit einwandfrei funktionieren.

 

Es wäre ein Lebenstraum gewesen, als erste deutsche Astronautin ins All zu fliegen

Ariane Wyen, OHB System AG

 

Wenn Sie nicht im Büro agiert, ist sie in Sachen Faszination Weltraum unterwegs und versucht Schüler, Studierende und Interessierte mit ihrer Begeisterung anzustecken. Denn für OHB ist Ariane Wyen spätestens seit der Initiative „DieAstronautin“ ein Gesicht der Öffentlichkeit. „Es wäre ein Lebenstraum gewesen, als erste deutsche Astronautin ins All zu fliegen“, sagt Wyen. Für ihren Traum hat sie 2016 wochenlang täglich trainiert. Neben fünfmal eineinhalb Stunden Sport die Woche, trainierte sie unter anderem Geschick und logisches Denken. „Rausgeflogen bin ich dann beim psychologischen Test“, sagt sie und lacht.

Ihre OHB-Kollegen freuen sich sicher, dass Ariane ihnen auf Erden erhalten bleibt. Denn für OHB ist sie bald in besonderer Mission unterwegs. „Ich werde unsere erste Dependance in Tschechien aufbauen und zwischen Bremen und Brünn pendeln“, so Wyen. Mit der OHB Czechspace s.r.o. wird die 32-Jährige daran mitwirken, die Raumfahrtindustrie in Tschechien aufzubauen. „Ich finde es unfassbar spannend, den Aufbau des Unternehmens von Anfang an zu begleiten. Das erinnert mich an die Anfänge von OHB, als man hier mit nur 30 Menschen einen Satelliten gebaut hat.“ Ihren Lebensmittelpunkt wird sie dennoch in Bremen behalten.       

Wird Ariane Wyen die Engineer Powerwoman 2018? © Jonas Ginter

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