OHB ist starker Partner der Deutschen Bahn
– auch in Zeiten von Corona!

 

Die seit Jahrzehnten bewährte Partnerschaft zwischen OHB und der Deutschen Bahn AG hat auch in Zeiten der Pandemie Bestand: Die Experten des OHB-Bereichs PCS (Process Control Systems; Leittechnische Systeme) sind weiterhin auf den Anlagen der DB im Einsatz, um ihre leittechnischen Systeme zu warten oder neu zu installieren – natürlich unter Beachtung aller Corona-bedingten Auflagen.

Vor Ort im Gleisbett trotz Corona

„Wir sind gerade mit drei Kollegen bei einem Projekt in Uelzen im Einsatz. In diesen Zeiten legen wir neben den obligatorischen Maßnahmen - wie Abstand halten und Hände waschen - viel Wert auf eine Entzerrung der Arbeiten auf der Baustelle“, sagt Erik Hüttl, Projektkoordinator bei PCS. So vermeidet das PCS-Team, dass zu viele Menschen gleichzeitig vor Ort an einem Stellwerk arbeiten. „Seitens OHB haben wir glücklicherweise bereits einiges an Schutzausrüstung auf Lager, welches wir dann natürlich auf die Baustelle mitbringen: Es wurden Mund-Nase-Schutz-Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel organisiert und sogar ein eigener mobiler Wasserkanister mit Zapfhahn steht uns zur Verfügung, damit Händewaschen auf den Baustellen möglich ist, wo kein fließendes Wasser zur Verfügung steht. Somit sind wir für uns, unsere Kunden und Nachauftragnehmer für alle Lagen gerüstet“, ergänzt Christian Drewes, Leiter Consulting und Projekte Stationsleittechnik.  

Wie passt eine „irdische E-Mobility-Mannschaft“ zu OHB?

Sie sind anders als die Kolleginnen und Kollegen, die sich der Raumfahrt verschrieben haben, das stimmt. Zum Beispiel haben sie nur einen Kunden. Das macht zwar vieles einfacher, sie müssen aber immer auch abliefern, denn die Konkurrenz schläft nicht. Noch dazu sind die Wettbewerber ungleich größer – das kennen wir aus der Raumfahrt. Das Geschäft ist auf Deutschland beschränkt. Bei ihnen wird nichts zum Mond oder sonst wohin geschossen, vielmehr sorgen sie dafür, dass Personen und Waren von A nach B kommen. Und zwar umweltfreundlich: E-Mobility im ganz großen Stil! 

Es handelt sich um einen 1975 gegründeten Geschäftsbereich in der OHB Gruppe und er hat heute nichts mehr mit Raumfahrt zu tun. Wohl aber seine Wurzeln, denn es handelt sich um Technologietransfer aus der Raumfahrt in industrielle Produkte und Dienstleistungen. Genauer gesagt geht es um unsere Industriesparte PCS und ihre Produkte und Dienstleistungen für die Deutsche Bahn. Verwendung finden sie in der Fernsteuerung und Automatisierung des DB-Energie-eigenen Stromnetzes, das sich mit 110 kV auf der Verteilnetzebene durch ganz Deutschland und an Koppelstellen auch nach Österreich und in die Schweiz zieht. Auf der 15-kV-Ebene wird der Fahrdraht individuell mit Strom versorgt, damit die Züge immer fahren können – auch wenn im Winter bei Schneebruch ein Ast auf die Oberleitung fällt und einen Kurzschluss verursacht. In der Prozessleittechnik kann das gut 40-köpfige OHB-Team mit einem durchgängigen Portfolio für Automatisierung und Steuerung anspruchsvoller Prozesse in der Bahninfrastruktur aufwarten. Auch die dafür benötigte Kommunikationstechnik mit der heute geforderten IT-Security inklusive des gesamten Services mit Bereitschaftsdienst wird von PCS bereitgestellt. Wir schauen kurz zurück ins Jahr 1975 und nach München: Das damals knapp 30-köpfige Raumfahrtunternehmen Kayser-Threde GmbH gründete den neuen Geschäftsbereich „Bahn“. Die Expertise beim Steuern und Regeln von Stromnetzen, die man sich bei der Nutzlast-Versorgung bei Höhenforschungsraketen erarbeitet hatte, sollte auf das nächste Level, sprich das Stromnetz der Deutschen Bahn, gehoben werden. Hatte man zuvor für die richtige elektrische Energieversorgung der einzelnen Experimente an Bord der Forschungsraketen gesorgt, ging es jetzt um jede einzelne Lok auf dem elektrifizierten Streckennetz der Deutschen Bahn.

Ganz im Sinne der OHB-DNA hat also auch der kleine „Bereich Bahn“ damals eine gehörige Portion Mut bewiesen, vertraute auf sein Können und bot dem Kunden eine Lösung an, die überzeugt hat. Vom OHB-Standort Oberpfaffenhofen aus sorgt das PCS-Team auch heute noch mit leittechnischen Systemen für die elektrische Energieversorgung von Zügen. Mit diesen werden primärtechnische Komponenten der DB wie Transformatoren, Hochspannungsschalter und Umformer gesteuert, geregelt und überwacht. Und das auf dem gesamten deutschen Streckennetz. Um den Zustand des Systems überwachen und die Schalter steuern zu können, kommt leittechnische Sekundärtechnik zum Einsatz. „Wir überwachen das komplette Prozessdaten-Netz der DB Energie, bemerken sofort, wenn etwas nicht stimmt, und können so entsprechende Maßnahmen gemeinsam mit unserem Kunden in die Wege leiten", sagt Bernhard Winkler, Bereichsleiter PCS bei OHB.

Das PCS-Lieferspektrum umfasst maßgebliche sekundärtechnische Systemkomponenten und Dienstleistungen, die zur elektrischen Netzbetriebsführung erforderlich sind. Das PCS-Kommunikationsteam stellt mit seinen Netzwerk- und Security-Komponenten für die oben genannten Aufgaben die Kommunikation zu den Leitstellen sicher. Die PCS hat über vier Jahrzehnte hinweg aus Überzeugung Entwicklungen, Installation und Wartung selbst gemacht. Bedingt durch die komplexen Normen der internationalen Standardisierung der Sekundärtechnik und den Anspruch, auf dem Sektor der Stationsleittechnik bei der DB Energie Technologieführer zu werden, nahm die PCS 2016 einen Technologiepartner mit an Bord. Dieser stellt nun die Hardware- und Software-Plattformen zur Verfügung. „PCS ist, was das Prozess-Know-how angeht, mit dem Kunden auf Augenhöhe. Damit ist es ein Leichtes, den Geräten die entsprechende Intelligenz einzuhauchen und ein funktionierendes Gesamtsystem daraus zu generieren“, bringt es PCS-Chef Bernhard Winkler auf den Punkt. Seit bald 45 Jahren beliefert PCS die Deutsche Bahn AG mit leittechnischen Systemen für die elektrische Energieversorgung von Zügen. "Als Systemintegrator von Sekundärtechnik binden wir auch beigestellte und zugekaufte Komponenten verschiedener Hersteller in unser System ein und führen es zu einem funktionierenden Gesamtsystem zusammen – eigentlich genau wie OHB es als Systemintegrator in der Raumfahrt macht", ergänzt Winkler.

Schon viel gemacht  

Was war Ende der 1970er-Jahre auf diesem Gebiet technisch überhaupt möglich? Bei einem Kurzschluss konnte lediglich festgestellt werden, wo er auf dem Streckennetz ausgelöst wurde. Dann mussten im jeweiligen Umspannwerk bestimmte Schalter manuell wieder umgelegt werden. Ab 1981 konnten die Anlagen der DB bereits aus der Ferne gesteuert werden, und ab 1993 ermöglichte die dritte Generation der Stationsleittechnik höherwertige Automatisierungsfunktionen wie Messdatenerfassung und Fehlerortung. „Wir haben alle drei Schritte als Systemarchitekten vorangetrieben“, sagt Bernhard Winkler. Er weiß aus Erzählungen, wie stolz man Mitte der 1970er-Jahre war, auf diesem Gebiet als erstes Unternehmen Mikrocomputer und später eingebettete Computersysteme eingeführt zu haben. Eine kluge Entscheidung, denn so konnte man sich gegen die traditionellen Lieferanten der Bahn durchsetzen. Außerdem galt man bereits ab 1976 als ein wesentlicher Systempartner der DB Energie und etablierte sich Mitte der 1990er-Jahre als Marktführer in Deutschland. In den Neunzigern war PCS sogar ein paar Jahre lang einziger Lieferant von Stationsleittechnik. Der damalige Konkurrent kapitulierte schlichtweg vor den geforderten Innovationen. „Derzeit sind 280 Stationsleittechnik-Systeme aus dem Hause OHB aktiv im Betrieb. In Summe haben wir über die vier Jahrzehnte insgesamt rund 550 Stationsleittechnik- Systeme in den verschiedenen Generationen geliefert“, erklärt Bernhard Winkler. „Wir haben rund 150 Protokollumsetzer ausgeliefert und neun aktuelle Leitstellen mit hochverfügbaren Cluster-Systemen für wichtige Supportfunktionen der Leitstelle sowie mit Kommunikationstechnik und IT-Security von OHB ausgerüstet. Außerdem haben wir über 400 Funkdatenersatzwege zum VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) der DB Energie inklusive IT-Security ausgeliefert, damit auch bei Ausfall des drahtgebundenen VPN die Schaltanlagen weiterhin sicher gesteuert werden können.“ Bei der PCS agiert man mit Weitblick – nicht nur in technischer Hinsicht, nein auch ganz konkret: „Wir halten Bauteile und Baugruppen vorrätig, sodass wir über den sekundärtechnischen Life-Cycle einer Schaltanlage hinweg für einen Zeitraum von 20 Jahren im Falle von notwendigen Reparaturen auf Ersatzteile zurückgreifen können“, berichtet Winkler. 

PCS hat viel vor  

Nach all den Jahren versteht die PCS nicht nur den jeweiligen Bedarf der Bahn und kann die entsprechenden Systeme anbieten, sie konnte sich außerdem als Systemarchitekt und Technologieführer etablieren. „Dank der Expertise des PCS-Teams können wir uns künftig noch breiter aufstellen. Auf dem Energiemarkt jenseits der Bahn ist nämlich sehr viel Bewegung, und der Bedarf an Leistungen, wie PCS sie bieten kann, ist sehr groß. Außerdem sind die Weichen in Richtung eines zweiten Kunden, nämlich der DB Netz AG, bereits gestellt“, sagt Pedro Schmid, Leiter Business Development Prozessleittechnik.

Ausgangspunkt war der Auftrag für die Vor- und Entwurfsplanung des Gleisfelds für das in Göttingen neu zu errichtende digitale Stellwerk. PCS hat die Chance genutzt und hat sich eine umfangreiche Expertise im Bereich der Stromversorgung und verschlüsselter IP Datenkommunikation zur Vernetzung digitaler Stellwerke und deren Außenanlagen aufgebaut. Jetzt will PCS natürlich auch auf diesem Feld zum Systemlieferanten und Systemintegrator aufsteigen. In Zusammenarbeit mit der DB und einem mittelständischen Signal- und Stellwerkshersteller wurde daher im Sommer 2019 unter Federführung des PCS-Teams vor Ort im Harz ein Demosystem aufgebaut. Ranghohe Vertreter der DB Netz AG zeigten sich von der praktischen Ausführung des Systems mit den neuen Komponenten der digitalen Signaltechnik äußerst beeindruckt und bescheinigten dem Projekt, ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer digitalen Bahninfrastruktur zu sein. „Wir haben einmal mehr zeigen können, dass wir dem technischen Fortschritt und Innovationen sehr offen gegenüberstehen. Wir wollen nach wie vor der gefragte Partner sein, wenn es darum geht, neue zukunftsorientierte Wege zu beschreiten", sagt Pedro Schmid .

Neben dem Harz-Weser-Netz baut die DB Netz AG noch drei weitere Vorserienprojekte, bei denen PCS maßgeblich beteiligt sein will, bevor ab 2023 der groß angelegte Ersatz aller 2.600 Stellwerke mit DSTW (digitale Stellwerke) startet. Klimawandel, Fridays for Future und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. Auch die Energiewende ist in die Aufmerksamkeit der Gesellschaft gerückt. „Für mich ist es ein Ansporn, die Energiewende mitzugestalten und vielleicht auch nur einen kleinen Teil der CO2-Emissionen durch unsere intelligente Technik und Lösungen zu reduzieren“, sagt Bernhard Winkler. Hier schließt sich auch der Kreis zum Raumfahrtgeschäft von OHB, bei dessen Anwendungen der Nutzen für die Menschen auch erfreulich oft im Mittelpunkt steht. "Wir haben die Weichen richtig gestellt, sodass PCS ein Teil der ‚Digitalen Schiene Deutschland‘ werden kann", Winkler.

Pionier der Raumfahrt werden: Karriere bei OHB machen.

We. Create. Space. Durchstarten bei einem der erfolgreichsten europäischen Raumfahrtunternehmen.

Zum Karriereportal