Pressemitteilung

OHB erhält ESA-Zuschlag für die Entwicklung von Satellitenbauteilen und Instrumenten aus dem 3D-Drucker

3D-Druck bietet viele Vorteile für die Raumfahrt 

 

Bremen, 12. November 2018. Die OHB-System AG, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, hat eine Förderung für eine Technologieentwicklung aus dem General Support Technology Programm der ESA (European Space Agency) zum 3D-Druck erhalten. Ziele des Projektes sind die Erarbeitung von Design- und Qualifikationsrichtlinien für die Einführung von gedruckten Bauteilen in Struktur- und Nutzlastkomponenten von Satelliten sowie der Aufbau einer Lieferkette mit kürzeren Lieferzeiten. OHB wird dabei von seinen Projektpartnern, der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT, dem Softwareunternehmen Altair Engineering und der cbprocess GmbH unterstützt. Das Projekt wurde im Oktober 2018 gestartet und läuft zweieinhalb Jahre.

Kürzere Lieferzeiten von Bauteilen und leichtere Raumfahrtzeuge

Der 3D-Druck, auch Additive Manufacturing (AM) genannt, bietet einen neuen Ansatz, metallische Bauteile herzustellen und hebt sich dadurch von herkömmlichen Fertigungstechnologien ab. Insbesondere für die Raumfahrt bietet der 3D-Druck eine Reihe von Vorteilen. „Bauteile aus dem 3D-Drucker können innerhalb kurzer Zeit und ohne den Einsatz zusätzlicher Werkzeuge hergestellt werden. Gegenüber bisherigen Herstellungsverfahren werden dadurch Lieferzeiten reduziert“, sagt Dr. Marco Mulser, Technologiekoordinator Additive Manufacturing. Durch die neuen konstruktiven Möglichkeiten können Bauteile hergestellt werden, die optimal auf die Belastungen beim Start auf einer Trägerrakete sowie beim Betrieb des Raumfahrtzeugs im Weltraum abgestimmt sind. Der 3D-Druck erlaubt es zudem, mehrere Einzelteile zu einem Bauteil zusammenzufassen und Schnittstellen zu reduzieren. Somit kann die Masse einzelner Komponenten und auch die Gesamtmasse des Raumfahrtzeugs reduziert werden.

Weiteres Ziel: Aufbau der Lieferkette für den 3D-Druck

OHB beschäftigt sich bereits seit mehr als fünf Jahren mit der Technologie. So werden in laufenden Projekten bereits Bauteile für optische Instrumente in Aluminium und Titan, Mechanismen aus Stahl sowie Strukturbauteile aus metallbeschichteten Hochleistungspolymeren entwickelt. „Mit dem ESA-Zuschlag wird OHB seine Kompetenzen für den Einsatz der Technologie weiter ausbauen. OHB wird zudem ein strategisches Netzwerk für die Herstellung und Prüfung 3D-gedruckter Metallbauteile aufbauen, um künftig vermehrt gedruckte Satellitenkomponenten und Instrumente einzusetzen. Wir danken der ESA für das entgegengebrachte Vertrauen und dem DLR Raumfahrtmanagement für seine Unterstützung", sagt Dr. Marco Mulser.

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