Gewonnen wird im Kopf!

OHB und der SC Borgfeld: Nachwuchsförderung im Fußball

OHB Redaktionsteam
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von OHB Redaktionsteam, OHB SE

David gegen Goliath? Ja, mit dieser Geschichte könne er schon was anfangen, sagt Burak Bahar und grinst. Immerhin ist der 26-jährige der Vater des größten Erfolgs der noch jungen Vereinsgeschichte des SC Borgfeld. Er hat als Trainer der B-Jugend-Mannschaft, also der unter 17-jährigen, den Aufstieg in die Junioren-Bundesliga geschafft – und darf sich mit seinen Jungs jetzt mit Gegnern wie Werder Bremen, HSV, Hertha BSC, Hannover 96, VfL Wolfsburg oder RB Leipzig messen. „Das sind alles Mannschaften, die im Grunde schon nach den Strukturen des Profifußballs betrieben werden.“ Bahar macht eine kurze Pause. „Strukturen, wie wir sie nicht haben.“ Noch nicht, setzt er hinterher.

Bahar setzt deshalb mit seinem Trainerteam derzeit noch mehr auf Pädagogik als auf das reine Fußballlehrertum. „Die Aufstiegsmannschaft der vergangenen Saison ist fast komplett in den Jahrgang der A-Jugendlichen weitergezogen“, sagt Bahar. „Wir mussten eine komplett neue Mannschaft finden. Gute Jungs, aber alle auf einem unterschiedlichen Level. Im Vordergrund steht deshalb für uns erstmal, die Jungs an das Level der Bundesliga heranzuführen, sie in die Liga reinschnuppern zu lassen.“

Wir wollen den Jungs klarmachen, welche Chance sich ihnen da bietet – und dass sie beherzt zupacken sollen.

Burak Bahar, Trainer SC Borgfeld

Das hat in den ersten Spielen ganz gut funktioniert. Es gab knappe Niederlagen gegen Wolfsburg, St. Pauli oder Hannover 96, aber auch den ersten Punkt in einer höchsten deutschen Spielklasse für eine Mannschaft des SC Borgfeld. Bahar ist überzeugt, dass sich die ersten Erfolge bald einstellen. „Wir arbeiten sehr stark mit Motivation“, sagt er. „Wir wollen den Jungs klarmachen, welche Chance sich ihnen da bietet – und dass sie beherzt zupacken sollen.“ Ein bisschen so, wie es der David in der biblischen Geschichte mit Goliath macht. Er nimmt all seinen Mut zusammen und schleudert den Stein auf den Riesen, bis er fällt.

Die Analogie der David-und-Goliath-Geschichte zur Entwicklung von OHB findet der Trainer übrigens ganz besonders interessant. Deshalb findet er auch, dass das Unternehmen als Unterstützer ganz wunderbar zu seinen Bundesliga-Junioren passt. „OHB hat sich ja auch einmal in den Kopf gesetzt, zu einem renommierten Raumfahrtunternehmen zu werden. Dazu musste es Mut, Leidenschaft und Gemeinschaftssinn aufbringen und sich mit den ganz großen der Branche anlegen“, sagt der Bremer, der im Zivilberuf als Disponent arbeitet. „Am Ende hat sich OHB aber behauptet und soweit ich es verfolgt habe, den Goliath gleich mehrfach zu Fall gebracht.“

Wir arbeiten hart an unserem Ziel, uns in dieser Liga zu behaupten.

Burak Bahar, Trainer SC Borgfeld

So sieht er auch die Entwicklung des Spitzensports beim SC Borgfeld. Man werde Geduld benötigen, dürfe sich von Rückschlägen nicht vom Kurs abbringen lassen, müsse vielleicht sogar einmal einen Schritt zurück machen, aber nur, um dann noch mehr Anlauf für den neuen Versuch nehmen zu können. Wer Burak Bahar zuhört, der kann nicht anders als beeindruckt zu sein von so viel Leidenschaft für das, was er macht. Der Mann ist ein Überzeugungstäter, der jedes Spiel seiner Mannschaft im Detail analysiert, um den Spielern ihre Fehler, aber auch ihre Chancen aufzeigen zu können. „Wir arbeiten hart an unserem Ziel, uns in dieser Liga zu behaupten“, sagt er. „Wir zeigen zwar schonungslos alle Fehler auf, machen das aber immer ermunternd, konstruktiv, motivierend.“

Dass es bislang noch nicht zu einem Sieg gereicht hat, führt der Trainer auf die mangelnde Erfahrung zurück. Das gelte für Spieler und Trainer. „Für uns alle ist das eine neue Situation. Wir alle erleben alles das erste Mal. Die Bundesliga ist einfach ein anderer Schnack, wie wir in Bremen sagen. Da reichen Kleinigkeiten, um eben am Ende mit einem Tor Unterschied zu verlieren.“ Aus diesen Fehlern würden seine Jungs aber lernen und dadurch besser werden.

Am Ende, davon ist Burak Bahar überzeugt, wird der Erfolg davon abhängen, wie sehr die Mannschaft bereit ist, die ganz klassischen Werte zu leben. „Mut, Leidenschaft, Ehrlichkeit, Disziplin, Kritikfähigkeit, Einsatz- und Hilfsbereitschaft“, zählt er auf. „Wenn es uns gelingt, diese Eigenschaften bei allen im Team optimal zu aktivieren, dann werden wir dauerhaft erfolgreich sein.“

Mehr zu Mut, Leidenschaft und Disziplin in unserer OHB-Meilenstein-History.