Die Begrünung von Mond und Mars im Blick

5 Gründe, warum es sich gelohnt hat, dass sich OHB Venture Capital an unserem Start-up beteiligt

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von Nicolas Faber,

Blue Horizon ist ein Startup, das die Voraussetzungen für nachhaltiges Leben im Weltall schaffen will. Doch Pflanzen, die unter widrigen Bedingungen auf dem Mond oder Mars wachsen, könnten auch eingesetzt werden, um Wüsten auf der Erde zu neuem Leben zu erwecken. Das Startup wurde von den OHB-Tochterunternehmen OHB Venture Capirtal und Luxspace gegründet.

Brainstorming – wie bei vielen Startups beginnt auch die Geschichte vom Weltraum-Unternehmen Blue Horizon mit einer innovativen Idee. Drei Arbeitskollegen an verschiedenen Standorten von OHB sind sich sicher, dass die Welt ihr geplantes Unternehmen, das nachhaltiges Leben im Weltraum ermöglichen will, gut gebrauchen kann. Denn die technischen Möglichkeiten für Aufenthalte im All sind heute zwar gegeben: Astronauten reisen regelmäßig zur ISS, und für die nahe Zukunft sind auch bemannte Marsmissionen geplant. Doch für längere Flüge und Aufenthalte im Weltraum fehlt eine Infrastruktur, die die Versorgung sichert.

Die luxemburgische Initiative zur Nutzung von Weltraum-Ressourcen

Der Weltraum wird für die Menschheit zunehmend leichter erreichbar und dadurch auch interessanter. Der Standort Luxemburg ruft deshalb 2017 die Initiative Space Resource Utilization ins Leben. Das Ziel der Initiative ist es, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, damit Weltraumressourcen friedlich und kooperativ genutzt und kommerzialisiert werden können. Luxemburg möchte damit zur zivilen Erforschung und nachhaltigen Nutzung von Weltraum-Ressourcen zum Nutzen für die Menschheit beitragen. Am 11. November 2017 verabschiedet das europäische Land deshalb ein Gesetz, das Eigentumsrechte im Weltraum regeln soll. Das EU-Mitglied setzt dabei auf seine Erfahrung beim Bau und dem Betrieb von Satelliten und Raketen. Es strebt eine führende Position beim Abbau von Weltraumressourcen an und will sie anschließend nachhaltig nutzbar machen. Weltraumressourcen nutzbar zu machen, geht jedoch über die Idee des Space Mining - also den Abbau von Bodenschätzen auf Asteroiden und Planeten- weit hinaus. Die luxemburgische Initiative ist deshalb ein Anlass für das Brainstorming der Wissenschaftler Dr. Klaus Slenzka, Jochen Harms und Nicolas Faber.

Nachhaltiges Leben im Weltraum passt perfekt zur luxemburgischen Initiative

Die Schlüsselkompetenzen bei Blue Horizon liegen in den Life Sciences.

Mitarbeiter von Blue Horizon haben Algenformen erforscht, die zur Begrünung des Mars eingesetzt werden könnten. Dieselben Algen könnten auch in einer Wüste auf der Erde eingebracht und zur Renaturierung von Wüstenzonen eingesetzt werden.

Nicolas Faber, Blue Horizon

 

Denn für das Überleben der Menschheit ist es entscheidend, ob es gelingt, Wüsten auf der Erde wieder zum Leben zu erwecken.

Blue Horizon setzt auf Life-Science-Produkte, die ursprünglich für den Weltraum oder für Astronauten bei ihrem Aufenthalt in Weltraumstationen entwickelt wurden. Die zentrale Frage lautet: Wie können diese Produkte auf der Erde in nachhaltiger und nützlicher Weise eingesetzt werden? Die Technologie ist ein Beispiel dafür, dass Space Mining durchaus auch grün sein kann. Dass das Unternehmen mit seinen Plänen nicht allein ist, zeigt sich auch daran, dass bereits kurze Zeit nach dem Start der luxemburgischen Space Resources Utilization Initiative amerikanische, japanische und chinesische Venture-Capital-Firmen in Luxemburg Startups gründeten.

Der Nutzen von Weltraum-Ressourcen für Menschen

Was noch vor wenigen Jahren nur in einigen wissenschaftlichen Projekten erforscht wurde, will Blue Horizon im Kontext von New Space mit neuem Leben erfüllen. Derzeit entstehen enge Kooperationen von institutionellen, industriellen und politischen Akteuren.

Die Vision von Blue Horizon besteht darin, Life-Science-Produkte, die ursprünglich in der Weltraumforschung entwickelt wurden, zu kommerzialisieren.

Nicolas Faber, Blue Horizon

 

Die Hauptmission des Unternehmens ist, die notwendigen Bedingungen zu schaffen, um Leben im inneren Sonnensystem, vor allem auf Erde, Mond und Mars, zu fördern.

Eine neue Ära der Weltraumforschung hat begonnen

Noch vor zehn Jahren wären all diese Dinge unmöglich gewesen. Heute treffen sie genau den Puls der Zeit. Die gesamte Weltraumindustrie ist gerade an einem Scheidepunkt angekommen, an dem eine neue Dynamik aufkommt.

„Dies ist vergleichbar mit den Anfängen der Flugzeugindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als einige mutige und risikobereite Menschen Flugzeuge für sich bauten und damit flogen. Heute nutzen wir alle Flugzeuge. Es kann durchaus sein, dass wir in 20 Jahren als Touristen in den Weltraum fahren, als ob es das normalste der Welt wäre. Wir stellen fest, dass es eine Zweiteilung in Erde und Weltall gar nicht gibt.“

Nicolas Faber, Blue Horizon

Für OHB war das Engagement bei Blue Horizon ein naheliegender Schritt

Nach dem ersten Brainstorming ergaben sich Gespräche in Bremen. Für OHB Venture Capital war es ein naheliegender Schritt, sich in dem Startup zu engagieren, denn für das Unternehmen steht der direkte Nutzen für Menschen in allen Projekten und Entwicklungen im Vordergrund.

OHB erhofft sich, in diesem Bereich zukünftig schneller und kommerzieller arbeiten zu können. Per Definition ist Venture Capital natürlich mit Risiko verbunden, doch dieses Risiko gehen die Akteure bewusst ein, weil sie an die Kernidee glauben und die notwendigen Schlüsselkompetenzen haben.

5 Gründe, warum Blue Horizon von der Beteiligung von OHB Venture Capital profitiert

Für Nicolas Faber sind es vor allem fünf Gründe, aus denen sich für Blue Horizon das Engagement von OHB lohnt:

1. Wir profitieren vom europäischen Netzwerk von OHB

Der Name des Kapitalgebers hat natürlich geholfen. Dadurch haben wir in Luxemburg sehr schnell Anschluss gefunden und uns schnell einen Namen gemacht.

2. Wir bauen auf dem technischen Know-how von OHB auf

Wir hatten weniger Startschwierigkeiten, weil wir schon guten Kontakt zu OHB für technische Fragen haben. Das hat man nicht, wenn man als Einzelner oder in einem kleinen Team anfängt.

3. Es gibt eine Schnittmenge an Mitarbeitern und Ressourcen von OHB

Einige Mitarbeiter der OHB System AG wechseln jetzt zu Blue Horizon nach Luxemburg, andere werden von Bremen aus mitarbeiten.

4. OHB hat uns konkrete Unterstützung bei der Umsetzung gegeben

Die ganz praktische Unterstützung bei der Suche und Ausstattung der Büros durch einen Partner, der sich vor Ort auskennt, war ein unschätzbarer Vorteil.

5. Wir sind an das OHB-Netzwerk angebunden

Nicht zuletzt profitieren wir von OHBs Engagement, weil wir dadurch an das große Netzwerk von Partnern und Kontakten angebunden sind.

Blue Space will möglichst schnell Anwendungen entwickeln – etwa als Zulieferer für Biosphären

Die Unternehmensmission zielt darauf ab, mittelfristig außerhalb der Erde nutzbringende Produkte zu entwickeln, die es Unternehmen ermöglicht, eine Basis auf Mond oder Mars aufzubauen, dort eine Biosphäre herzustellen und Pflanzen zu kultivieren.

„Wir können natürlich nicht darauf hoffen, dass der Mars in den nächsten fünf Jahren kolonisiert wird, deshalb ist es für Blue Horizon am Anfang wesentlich, auf Erdanwendungen zu setzen. Wir sehen uns als Zulieferer, der Schlüsselelemente etwa für Biosphären beitragen kann. – wir entwickeln Pflanzen dafür“, ist Faber überzeugt.

Einige Projekte laufen aktuell an: In Luxemburg gab es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Stahlindustrie. Durch die Abfälle der Hochöfen sind manche Landschaften heute nicht mehr nutzbar. Blue Horizon testet, ob diese Flächen mit Hilfe seiner Produkte wieder renaturiert und nutzbar werden können.

Blue Horizon möchte auch bei zukünftigen Marsmissionen dabei sein, Anträge dafür laufen bereits. Der Weltraum ist keine neue Dimension, er ist die Erweiterung unseres Lebensumfeldes.

Es gibt keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Mond, Mars und Erde. Sie gehören zusammen, so wie das Meer oder die Wüste zum Planeten gehört. Wir leben in einer Zeit, in der wir feststellen, wie wir die Brücke schlagen können.