Bisher keine Corona-Infektionen bei OHB Italia

Interview mit Roberto Aceti, Geschäftsführer von OHB Italia

OHB Redaktionsteam
Veröffentlicht am
von OHB Redaktionsteam, OHB SE

Im Interview spricht Roberto Aceti, Geschäftsführer von OHB Italia, über Maßnahmen, Motivation und Hoffnung.

OHB Italia hat seinen Sitz in Mailand – und damit sozusagen im Auge des Corona-Orkans. Wir freuen uns sehr, dass die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bislang durch ihr vorbildliches Verhalten ohne Krankheitsfälle durch diese schwierige Zeit gekommen sind. Welche Maßnahmen hat OHB Italia dafür ergriffen?

Roberto Aceti: Leider sitzen wir in einem der aktuellen Epizentren der Coronavirus-Krise. In der Lombardei gibt es halb so viele bestätigte Infektionsfälle wie in ganz China – und das bei einem Bruchteil der Bevölkerung. In dieser Situation entwickelt jeder tiefe Besorgnis um sein eigenes Leben und das Leben seiner Familie und enger Freunde. Uns geht es genauso. Um mit dieser Situation umzugehen, haben wir als  Geschäftsführung von OHB Italia dafür gesorgt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer sicheren Umgebung arbeiten können, entweder zu Hause oder vor Ort. Gleichzeitig mussten wir natürlich auch dafür sorgen, dass das Unternehmen die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise überlebt. Wir haben ein Notfallmanagement ernannt, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen von Health, Safety and Environment (Gesundheit, Sicherheit und Umwelt), Operations, Personal, Recht und Finanzen seit Beginn der Krise täglich zusammenkommen, um die Entwicklung der Ereignisse zu überwachen und entsprechende Entscheidungen zu treffen. Wir haben auch sofort unsere IT-Infrastruktur verbessert und haben mehr dedizierte VPN-Leitungen eingerichtet, damit die Belegschaft von zu Hause aus effizient arbeiten kann.

Welche Maßnahmen wurden vor Ort umgesetzt?

Als die ersten Fälle von COVID-19 in der Lombardei auftraten, haben wir einen Business-Continuity-Plan umgesetzt, der auf einer biologischen Risikoanalyse basiert. Um sicherzustellen, dass alle Aktivitäten vor Ort wie beispielsweise die Tätigkeiten der Abteilung AIT in einer sicheren Umgebung stattfinden können, haben wir die folgenden Sicherheitsmaßnahmen abgeleitet:

Tägliche gründliche Reinigung des Geländes;
• Masken und Schutzhandschuhe für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern;
• Soziale Distanz zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter;
• Ständiger Kontakt mit den Gesundheitsbehörden und der Belegschaft zur Gesundheitsüberwachung und zur Gewährleistung kurzer Reaktionszeiten bei Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektionen;
• Regelmäßiger Kontakt mit dem Büro des Premierministers, um trotz des Lockdowns weiter als Unternehmen tätig zu sein;
• Einbeziehung der Arbeitnehmerdelegierten für die Sicherheit am Standort.

Arbeitet die Belegschaft noch Vollzeit?

Leider können angesichts der aktuellen Situation nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterarbeiten. Um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten, konzentrieren wir uns auf die Arbeiten, die kurz- oder mittelfristig eine vernünftige Chance haben, Liquidität zu generieren. Wir hatten keine andere Wahl, als uns auf den kürzlich von der Regierung herausgegebenen Sozialplan zu verlassen, der unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt, die im Moment nicht weiterarbeiten können.

Wie viele Ihrer Mitarbeiter arbeiten derzeit von zu Hause aus?

Etwa 60 % unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus. Wenn sich unsere Maßnahmen als wirksam erweisen, können wir zuversichtlich
sein, diese Krise zu überwinden und zur Normalität zurückzukehren, sobald die Pandemie vorüber ist.

Wie schaffen Sie es, die Motivation der Belegschaft aufrechtzuerhalten?

Ich bin stolz auf das positive Mindset unserer Belegschaft in dieser schwierigen Situation. Es ist wichtig, die Ziele und die Beweggründe für alle Maßnahmen zu kommunizieren und zu erklären. Es ist auch wichtig, dass jeder erkennt, dass individuelle Reaktionen und Verhaltensweisen unmittelbare Auswirkungen darauf haben, wie schnell wir diese Krise überwinden können. Gleichzeitig ist es für das Management entscheidend, verantwortungsvoll zu handeln und eine proaktive Führung zu leben, die es dem Unternehmen ermöglicht, diese schwierige Zeit zu überstehen. Gegenseitiges Vertrauen, Verantwortung und persönliches Engagement sind notwendig, um die Stimmung hochzuhalten und unsere Ziele zu erreichen.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf das private und gesellschaftliche Leben?

Der Lockdown hat unser persönliches und gesellschaftliches Leben tiefgreifend verändert. Er zwang die meisten Menschen, zu Hause zu bleiben, eine Situation, die nur schwer zu akzeptieren ist, besonders wenn sie sich so lange hinzieht. Aber es ist auch eine Herausforderung, die man in eine einzigartige Gelegenheit verwandeln kann, mehr Zeit für sich selbst, die Familie und diejenigen, die uns nahe stehen, zu haben.

Gibt es eine Botschaft, die Sie allen Kolleginnen und Kollegen des OHB-Konzerns sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von OHB Italia mitteilen möchten?

Ich möchte alle OHB-Kolleginnen und Kollegen ermutigen, positiv in die Zukunft zu blicken und in das zu vertrauen, was wir für ihre Sicherheit und für die Zukunft des Konzerns tun. Ich habe keine Zweifel: Wir werden diese schwierige Zeit sicher überstehen.

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