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Erfolgreiche Mission der Forschungsrakete TEXUS-46
Kiruna, Nordschweden - Am Sonntag, den 22. November 2009 um 12.15 Uhr Ortszeit (11.15 UTC) hob die unbemannte Forschungsrakete TEXUS-46 vom Startgelände ESRANGE ab. An Bord der 12,4 Meter langen und 2652 kg schweren Rakete wurden im Auftrag von ESA und DLR verschiedene Experimente mitgeführt (Nutzlastmasse: 393 kg).
Kayser-Threde, ein Tochterunternehmen der OHB Technology AG, war zusammen mit DLR Moraba für das Service-Modul, Telemetrie, Telekommando, TV-Bildübertragung, Nutzlastbewegungskontrolle und Mikro-g Messung, sowie das gesamte Bergungssystem verantwortlich. Kayser-Threde leistet vor Ort Kampagnenunterstützung und war für die Integration der Nutzlasten zuständig.
Die Experimente „Schnelle Abkühlung im Verhältnis zum kontinuierlichen Erstarren einer Stahlschmelze“, „Hochgenaue Bestimmung thermophysikalischer Eigenschaften für die Modellierung von industriellen Erstarrungsprozessen, „Messung der Oberflächenspannung und Viskosität einer PdSi (Palladium Silizium) Probe“ wurden im deutsch-europäischen EML-3 Modul (elektromagnetischer Levitator) der Forschungsrakete unter deutscher wissenschaftlicher Leitung durchgeführt. TEXUS ist aber auch für internationale Wissenschaftler eine anerkannte Forschungsplattform: im JCM Modul (Japanese Combustion Module) wurden die Verbrennungseigenschaften von Tropfen von japanischen Wissenschaftlern in Kooperation mit einem deutschen Institut untersucht.
Die Parabelflugbahn brachte die Rakete auf eine Höhe von 252,3 Kilometer. An Bord herrschte für 6 Minuten und 28 Sekunden Schwerelosigkeit (µg). Mittels eines GPS-Empfängers im Servicesystem konnte die gesamte Flugphase der Nutzlast verfolgt werden. Per Fallschirm schwebte TEXUS-46 zur Erde herab, konnte mit GPS und zusätzlichen Ortungseinrichtungen lokalisiert und per Helikopter geborgen werden. Erste Auswertungen der System- und Experimentdaten bestätigen den vollen Erfolg der Mission.
Im Wissenschaftsprogramm TEXUS (Technologische Experimente unter Schwerelosigkeit) führen Wissenschaftler mit Forschungsraketen biologische, materialwissenschaftliche und physikalische Experimente unter Weltraumbedingungen durch. Das Programm wurde seit 1976 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), seit einigen Jahren vom Wirtschaftministerium (BMWi) über die DLR Raumfahrt-Agentur gefördert.
Die Swedish Space Corporation ist Betreiberin des Startplatzes. Projekte wie TEXUS (6 Min. Mikrogravitationszeit) und MAXUS (12 Min. µg) erlauben Forschung unter Schwerelosigkeit zu vergleichsweise günstigen Konditionen. Einsparungen sind durch Doppelkampagnen möglich. Daher soll die Forschungsmission TEXUS-47 bereits am 25.11.2009 durchgeführt werden.
Wissenschaftler und Ingenieure haben neben den Forschungsraketen weitere Möglichkeiten ihr Experiment unter µg-Bedingungen einzusetzen oder zu testen: Experimente können in einem Fallturm (4 Sek. µg), auf einem Katapult (8 Sek. µg, Parabelflugbahn) sowie an Bord eines Parabelflugzeuges (mit jeweils 25 Sekunden µg pro Parabel) durchgeführt werden. Komplexe Experimente können auf diese Weise schrittweise getestet und modifiziert werden. Die an Bord einer europäischen Trägerrakete zu startende Kayser-Threde Plattform (KAP; siehe auch www.kayser-threde.com/KAP) kann Experimente für einige Tage den Bedingungen der Schwerelosigkeit aussetzen. Die russischen Rückkehrkapseln FOTON haben eine Missionsdauer von 14 Tagen. Dauereinsätze von mehreren Monaten sind auf Technologieerprobungsträgern wie dem nationalen Satelliten TET-1, der derzeit unter Federführung von Kayser-Threde realisiert wird, möglich (Stichwort On-Orbit-Verification). TET soll Ende 2010 starten und 11 Nutzlasten für mindestens ein Jahr im All erproben. Eine Experimentdurchführung unter menschlicher Präsenz ist auf der Raumstation ISS möglich.
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